Um großes zu erreichen, müssen wir erst träumen, es uns dann vorstellen, dann planen… daran glauben… handeln!”
2011-06-17 12:42
Ich werde immer wieder von Führungskräften, Lebenspartnern, Müttern/Vätern oder Beratern gefragt, wie man am besten Ratschläge erteilt. Es gibt Menschen bei denen man das Gefühl hat verstanden zu werden und sich in jedem Gespräch weiterentwickelt und es gibt Menschen, von denen will man keine Ratschläge annehmen, auch wenn sie wirklich gut sind. Was macht den Unterschied?
1. Seien Sie präsent!
Alles beginnt mit Ihrer Aufmerksamkeit! Ich spreche hier nicht nur vom zuhören, oder den Menschen beim sprechen ansehen … ich spreche von der ungeteilten Aufmerksamkeit! Es scheint in unserer Gesellschaft immer seltener zu sein, die volle, ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken oder zu erhalten. Ich sehe Menschen in Gesprächen, die das Umfeld permanent scannen, als ob sie sonst etwas verpassen oder übersehen könnten. Beim zuhören wird nebenbei noch schnell ein Blick aufs Handy oder Blackberry geworfen oder ein Gespräch mal kurz unterbrochen, um einen Anruf anzunehmen, (oft sogar obwohl man nicht auf eine dringende Antwort wartet – es klingelt und wir reagieren darauf, wie gut dressierte Lebewesen).
Wenn Sie wirklich aufmerksam zuhören und alle Aufmerksamkeit dem Gegenüber schenken, dann erkennen Sie auch besser, was vielleicht hinter dem gesagten steckt. Sie nehmen Emotionen wahr, und das bringt uns zum 2. Schritt!
2. Lassen Sie Emotionen zu!
Emotionen sind fast immer real für den, der sie empfindet. Es ist nicht wirklich hilfreich und wertschätzend, wenn wir sofort versuchen, die Emotionen weg zu reden. Hören Sie stattdessen zu und nennen Sie die Emotionen beim Namen. Gehen Sie darauf ein und sagen Sie so etwas wie:“ Ich sehe Du bist darüber sehr aufgebracht/verärgert/traurig/enttäuscht …“. Oft sind sich die „Erzähler“ der eigenen Emotionen nicht so sehr bewusst und wenn Sie einen Namen erhalten, dann kann man damit auch besser umgehen. Manchmal werden diese Gefühle auch aufgelöst, sobald man sie als real wahrgenommen hat (für den Erzähler wie auch für den Zuhörer). Es geht nicht darum, die negativen Gefühle zu verstärken oder sich darin so richtig herumzuwälzen, sondern eher eine Bestandsaufnahme, wo derjenige gerade steht und was er gerade fühlt. Dies erreicht man am besten mit dem nächsten Schritt!
3. Fragen Sie intelligente Fragen!
Je klarer man erkennt wie ein Problem oder eine Situation aussieht, umso einfacher findet man auch eine Antwort oder eine Lösung! Durch intelligente Fragen erreichen Sie die detaillierte Betrachtung der Situation, die Auseinandersetzung mit den involvierten Gefühlen, die eine Rolle spielen und vielleicht auch Annahmen oder Ängste, die beeinflussen. Bei den Fragen geht es eher darum, dass der, der einen Rat sucht genauer sieht was los ist und nicht so sehr darum, dass ich alles genau weiß. Diese Fragen und die dadurch entwickelten genaueren Bilder und Antworten bereiten mich auf meinen nächsten Schritt vor.
4. Perspektiven entwickeln
Wir alle kennen den Tunnelblick, der unser Blickfeld so einschränkt, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Durch die intelligenten Fragen nehmen wir Details wieder wahr und unterscheiden die verschiedenen Grünschattierungen, die Umrisse des Einzelnen und des Gesamten etc. Daraus lassen sich dann verschiedene Perspektiven entwickeln, die die Lage viel weniger festgefahren erscheinen lassen und man wieder den Eindruck erhält, dass man eine Wahl hat. Dies stimuliert nun den Ratsuchenden dazu, noch eigene mögliche neue Perspektiven und Möglichkeiten zu formulieren. Das schafft Selbstvertrauen und oft kommen so die Menschen auch auf ihre eigenen Lösungen. Wenn das klappt, dann gibt es auch keine Probleme mit Motivation oder Eigenverantwortung – was eine hervorragende Voraussetzung für Erfolg ist!
Sollte dennoch keine eigene Entscheidung getroffen werden können und der Ratsuchende noch auf einen klaren Plan warten, dann gehen Sie noch einen fünften Schritt weiter und beschreiben Sie, was Sie in dieser Lage tun würden, oder was andere in dieser Lage getan haben.
5. Geben Sie einen klaren Hinweis
Was oft die Ursache ist für Zögern oder Unentschlossenheit, sind fehlende Klarheit über eine Strategie oder fehlendes Selbstvertrauen – das Gefühl: „ Ich kann das nicht!“ Wenn Sie daran glauben, dass der Plan funktioniert und dass Sie keine Zweifel daran haben, dass derjenige diese Schritte auch gehen kann, dann zeigen Sie das! Sie können dadurch Ihre Zuversicht und Ihr Vertrauen auf den anderen übertragen und so den Anstoß geben, den Plan auch beherzt in die Tat umzusetzen. Ich bin immer ein Freund davon, jeden darin zu unterstützen den eigenen Weg zu finden, doch kann ein klar ausgelegter Plan ein guter Start sein, um das Vertrauen zu sich selbst zu entwickeln.
Zusammengefasst kann man sagen, es geht nicht um Sie, wenn Sie einen Rat geben. Die Aufmerksamkeit, die Gefühle, die Fragen, die Perspektiven und auch der Plan sind alle für den Ratsuchenden zu sehen und nicht, um selbst zu glänzen oder sich wichtig zu fühlen! So werden Sie sicher zu einem geschätzten Ratgeber!
Freunde sind Engel, die uns auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben wie man fliegt.
Anton Klein
Da ich Ihnen leider nicht das Glück schenken kann, möchte ich Ihnen zumindest helfen, es zu finden!
Pierre Teilhard de Chardin
Nur wer ja sagt zur Bereitschaft, über alles zu reden, allem zuzuhören, alles zu prüfen und das Gute zu behalten, wie Paulus sagt, der wird die Zukunft gewinnen.
Guido Henckel von Donnersmarck
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Kommentar von Katrin Sasse | 2011-06-20
Hallo Frau Steinmann,
mal wieder ein sehr schöner Rat.
Danke dafür.
Vielleicht möchten Sie Ihre Punkteliste noch um einen Punkt erweitern?
Wenn dir nach langem Nachdenken keine Lösung einfällt,
dann beginne zu spielen.
Lasse deinen Gedanken freien Lauf.
Male, Tanze oder singe eine Lösung
bewege dich und lache über deine Missgeschicke...
Ja und dann wirst du
"spielend eine Lösung finden...
von Katrin Sasse
Glückauf!
Katrin Sasse
Kommentar von Désirée Steinmann | 2011-06-20
Hallo Frau Sasse, das ist ein prima Kommentar! Ich gehe gleich mal singen :-)
Herzliche Grüsse
Désirée Steinmann